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Frau sein, Mental Load und Erschöpfung: Warum Frauen sich selbst oft aus dem Blick verlieren

  • 13. Mai
  • 3 Min. Lesezeit

Rund um den Muttertag wird Frau-Sein oft sehr sichtbar. Da sind Blumen, liebe Worte, Bilder von Nähe, Familie und Fürsorge. Und gleichzeitig zeigt genau so ein Tag manchmal auch etwas anderes: wie schnell Frau-Sein auf bestimmte Rollen reduziert wird.

Mutter. Partnerin. Tochter. Kollegin. Organisatorin. Kümmernde. Starke.

Viele Frauen tragen im Alltag unglaublich viel. Sie denken mit, planen voraus, halten Beziehungen zusammen, organisieren Termine, kümmern sich um Familie, Eltern, Schwiegereltern, Haushalt, Beruf und oft auch um das emotionale Klima rundherum.

Und irgendwo dazwischen taucht leise die Frage auf: Wo bleibe ich selbst in all dem?




Frau-Sein ist größer als eine Rolle

Frau-Sein ist nicht gleich Muttersein. Muttersein kann ein wichtiger Teil davon sein, aber es ist nicht alles.

Diese Folge von Treffpunkt.Balance ist deshalb ganz bewusst für alle Frauen gedacht: für Mütter, für Frauen ohne Kinder, für Frauen mit Kinderwunsch, für Frauen, die kinderfrei leben, und für Frauen, die sich gerade fragen, wer sie eigentlich sind – jenseits von Rollen, Erwartungen und Funktionieren.

Denn Frau-Sein hat viele Wege. Und weibliche Kraft kennt viele Formen.



Wenn Fürsorge unsichtbar wird

In meiner Praxis sehe ich immer wieder, wie unterschiedlich Fürsorge im Leben von Frauen aussehen kann. Da ist zum Beispiel eine Frau, nennen wir sie Anita. Sie hat keine Kinder und ist trotzdem den ganzen Tag am Kümmern. Sie arbeitet Vollzeit, ist Tochter, Schwiegertochter, Ansprechpartnerin, Organisatorin. Sie denkt an Termine, kocht, hält Fäden zusammen und merkt gleichzeitig, wie wenig Kraft für sie selbst übrig bleibt.

Genau das ist so wichtig: Fürsorge zeigt sich nicht nur in Mutterschaft. Sie zeigt sich auch im Mitdenken, Erinnern, Planen, emotionalen Dasein und Verantwortlich-Fühlen.

Diese unsichtbare Denk- und Organisationsarbeit wird oft als Mental Load bezeichnet. Eine systematische Übersichtsarbeit beschreibt, dass Frauen häufiger den größeren Anteil dieser mentalen Arbeit übernehmen – besonders rund um Familie, Haushalt und Kinderbetreuung. Auch unbezahlte Sorge- und Hausarbeit ist nach wie vor ungleich verteilt: OECD-Daten zeigen, dass Frauen weltweit deutlich mehr Zeit dafür aufwenden als Männer.



Was ständiges Zuständigsein mit dem Nervensystem macht

Wenn du innerlich ständig in Bereitschaft bist, vorausdenkst, organisierst, mitfühlst und dich fragst, ob du allen gerecht wirst, entsteht oft eine leise Daueranspannung.

Nicht immer dramatisch. Nicht immer sichtbar. Aber spürbar.

Viele Frauen merken das als innere Unruhe, Gereiztheit, Erschöpfung, Dünnhäutigkeit oder als dieses diffuse Gefühl, nie ganz fertig zu sein. Das hat nichts mit Schwäche zu tun. Es zeigt vielmehr, dass dein System dauerhaft sehr viel trägt.



Frau-Sein aus Sicht der TCM

Auch aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin ist weibliche Kraft viel größer als äußere Rollen. In der TCM geht es dabei unter anderem um Yin, Blut, Zyklen, Wandelbarkeit, nährende Kraft, Kreativität und Verkörperung.

Das kann sehr entlastend sein. Denn es erinnert daran: Frau-Sein ist nicht auf Muttersein, Kümmern, Angepasstsein oder Funktionieren reduzierbar.

Wenn Frauen dauerhaft geben, halten und organisieren, ohne selbst gut versorgt zu sein, kann das an die Substanz gehen. Deshalb braucht weibliche Kraft auch Nahrung, Pausen, Raum und kleine Momente, in denen du nicht nur für andere da bist, sondern auch für dich selbst.



Kleiner Impuls für deinen Alltag

Beobachte in den nächsten Tagen einmal eine Situation, in der du automatisch ins Kümmern, Organisieren oder Zuständigsein gehst.

Und dann frag dich kurz:

Mache ich das gerade wirklich aus mir heraus – oder mache ich es, weil ich glaube, dass ich es so machen sollte?

Es geht nicht darum, sofort alles zu ändern. Es geht auch nicht darum, keine Verantwortung mehr zu übernehmen. Es geht darum, dich selbst in diesen Momenten wieder wahrzunehmen.

Denn oft beginnt Veränderung genau dort, wo du wieder spürst, was wirklich deins ist.


mehr dazu im Podcast Treffpunkt Balance

Wenn du tiefer in dieses Thema eintauchen möchtest, hör gerne in meine Podcast-Folge „Frau sein: zwischen Rollen, Erwartungen und dem eigenen Gefühl“ bei Treffpunkt.Balance rein.

In dieser Folge spreche ich über Frau-Sein, Mental Load, Fürsorge, Nervensystem, TCM, Endometriose, Kinderwunsch und die Frage, wie du dich selbst in all dem nicht verlierst.


 
 
 

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