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Du ziehst durch – aber zu welchem Preis?

  • 20. Mai
  • 5 Min. Lesezeit

Es gibt diese Phasen im Leben, in denen nach außen hin alles irgendwie läuft.

Der Alltag wird organisiert. Die Kinder werden versorgt. Termine werden koordiniert. Nachrichten beantwortet. In der Arbeit funktioniert man. Zuhause auch. Zwischendurch wird schnell noch eingekauft, gekocht, mitgedacht, geplant und aufgefangen.

Und irgendwann spürst du vielleicht innerlich:

Es fühlt sich nicht mehr rund an. Nicht mehr so leicht, oder auch nicht mehr wirklich nach mir.


Viele Frauen mitten im Leben tragen unglaublich viel Verantwortung und mentale Last. Beruf, Familie, Haushalt, Care-Arbeit, emotionale Verantwortung und dieses ständige Mitdenken im Hintergrund. Oft kommt noch der eigene Anspruch dazu, allem gerecht werden zu wollen.

Erschöpfung beginnt dabei häufig ganz leise. Schritt für Schritt.

Ein bisschen weniger Geduld. Ein bisschen mehr Anspannung. Ein schlechterer Schlaf. Ein voller Kopf am Abend. Ein Körper, der immer öfter Signale sendet.

Und trotzdem geht man weiter, weils ja irgendwie geht.




Warum viele Frauen lange durchhalten

Viele Frauen sind sehr geübt darin, durchzuhalten.

Sie spüren durchaus, dass etwas zu viel wird. Aber der Alltag verlangt weiter. Die Kinder brauchen etwas. Die Arbeit wartet. Der Haushalt läuft nicht von allein. Und innerlich ist da oft dieser Satz:„Ich muss da jetzt einfach durch.“

So wird Überforderung oft erst spät erkannt. Müdigkeit wird weggeschoben. Gereiztheit wird als Schwäche empfunden. Schlafprobleme werden hingenommen. Innere Unruhe wird irgendwann normal.

Dabei sind diese Zeichen wichtige Hinweise deines Körpers.

Dein Körper spricht oft schon lange, bevor du wirklich innehältst. Manchmal zuerst leise. Über Spannung, Müdigkeit, Verdauung, Schlaf, Zyklus, Stimmung oder das Gefühl, ständig unter Strom zu stehen.



Was Stress mit deinem Nervensystem macht


Wenn dein System über längere Zeit unter Druck steht, verändert sich viel mehr als nur dein Energielevel.

Stress beeinflusst deinen Schlaf, deine Reizverarbeitung, deine emotionale Belastbarkeit und dein Gefühl von Sicherheit im eigenen Körper.


Vielleicht kennst du das:

Du reagierst schneller gereizt. Kleine Dinge fühlen sich plötzlich riesig an. Du kommst am Abend schwer herunter.Dein Kopf bleibt wach, obwohl dein Körper müde ist. Du fühlst dich innerlich angespannt, obwohl im Außen gerade gar nichts Großes passiert.

Aus Sicht der Stressregulation ist das gut erklärbar. Dein Nervensystem versucht, dich durch den Alltag zu bringen. Es hält dich wach, aufmerksam, organisiert und leistungsfähig. Das ist beeindruckend. Gleichzeitig kostet dieser Zustand auf Dauer sehr viel Kraft.

Wenn du länger in diesem Funktionieren bleibst, braucht es irgendwann mehr als nur ein freies Wochenende. Dann braucht es Zeichen von Sicherheit, Entlastung, Nahrung, Ruhe.



Der Druck durch hohe Ansprüche

Zur äußeren Belastung kommt bei vielen Frauen noch ein innerer Druck dazu.

Der Anspruch, geduldig zu sein. Gut organisiert. Liebevoll. Verlässlich. Beruflich präsent. Körperlich fit. Emotional stabil. Und dabei bitte auch noch entspannt.

Ganz ehrlich: Das ist ziemlich viel für einen einzigen Menschen.

Laut OECD verbringen Frauen im Durchschnitt rund vier Stunden pro Tag mit unbezahlter Sorge- und Hausarbeit, Männer rund zwei Stunden. Diese Zahlen zeigen etwas, das viele Frauen im Alltag längst spüren: Es geht um die Summe der Aufgaben. Um das dauernde Mitdenken. Um Verantwortung, die oft im Hintergrund läuft.

Und genau diese dauernde innere Liste macht müde.




Der Blick der TCM: Leber, Mitte und Herz/Shen

In der Traditionellen Chinesischen Medizin schauen wir bei Erschöpfung und innerer Anspannung immer auf das Zusammenspiel im Körper.


Bei Stress und Druck spielt häufig die Leber eine wichtige Rolle. In der TCM steht sie unter anderem für den freien Fluss von Qi, also für Bewegung, Spannungsausgleich und emotionale Regulation. Wenn viel Druck da ist, kann dieser Fluss ins Stocken geraten. Das zeigt sich zum Beispiel durch Gereiztheit, innere Enge, PMS, Verspannungen oder das Gefühl, nicht richtig durchatmen zu können.


Auch die Mitte, also Milz und Magen, ist zentral. Sie steht in der TCM für Verdauung, Energieaufbau und Stabilität. Wenn du lange funktionierst, wird Essen oft zur Nebensache. Dann gibt es schnell etwas zwischendurch, zu spät, zu kalt, zu wenig nährend oder einfach das, was gerade verfügbar ist.

Das ist im echten Alltag sehr verständlich. Gleichzeitig braucht dein Körper genau diese regelmäßige, warme und stärkende Basis, um wieder Kraft aufzubauen.


Und dann ist da noch das Herz/Shen. In der TCM ist Shen mit unserer inneren Ruhe, unserem Schlaf, unserer Klarheit und unserem emotionalen Erleben verbunden. Wenn dein System dauerhaft angespannt ist, kann sich das in Unruhe, schlechtem Schlaf, Gedankenkreisen oder dem Gefühl zeigen, nicht mehr richtig bei dir anzukommen.

Der Körper zeigt damit oft sehr klar, wo er Unterstützung braucht.


Gerade in vollen Lebensphasen rutscht Selbstversorgung schnell nach hinten.

Dann wird gegessen, wenn Zeit ist.Oder was die Kinder übriglassen.Oder schnell etwas Kaltes zwischen zwei Terminen.Oder abends sehr spät, wenn eigentlich schon alle müde sind.

Das passiert vielen Frauen. Besonders dann, wenn sie im Alltag für alles und alle mitdenken.

Aus Sicht der TCM kann warmes, gekochtes und regelmäßiges Essen eine große Unterstützung sein. Vor allem dann, wenn du erschöpft bist, viel Verantwortung trägst und dein Körper wieder mehr Stabilität braucht.


Dabei geht es nicht um komplizierte Regeln. Es geht um Essen, das dich stärkt. Um Mahlzeiten, die in dein echtes Leben passen. Um Rezepte, die machbar sind, gut schmecken und deinem Körper wieder etwas geben.

Mein Kochbuch „Was soll ich heute wieder kochen?“ ist genau aus diesem Gedanken entstanden. Für Alltagstage, an denen du nicht lange überlegen möchtest. Für warme, einfache und stärkende Gerichte. Für Frauen und Familien, bei denen Essen alltagstauglich bleiben darf.


Ein praktischer Impuls: Die Selbstmitgefühls-Pause

In der aktuellen Podcast-Folge teile ich als praktischen Impuls die Selbstmitgefühls-Pause nach Kristin Neff, auch Self-Compassion Break genannt.

Diese kurze Übung kann dir in stressigen Momenten helfen, freundlicher mit dir selbst zu werden.

Du kannst dir innerlich drei Sätze sagen:

1. Das ist gerade schwer.

Ein ehrlicher Moment des Wahrnehmens.


2. Ich bin damit nicht allein.


Viele Frauen kennen solche Phasen. Viele tragen mehr, als von außen sichtbar ist.


3. Was brauche ich jetzt gerade?

Vielleicht einen Atemzug. Eine kurze Pause. Ein Glas warmes Wasser. Etwas zu essen. Eine klare Grenze. Einen Moment, in dem du wieder bei dir ankommst.


Diese kleine Übung verändert nicht sofort den ganzen Alltag. Aber sie kann einen Raum öffnen. Einen Moment, in dem du dich selbst wieder spürst. Einen Moment, in dem du aus dem inneren Antreiben kurz aussteigst.


Viele Frauen warten sehr lange, bis sie sich selbst ernst nehmen.

Bis der Körper lauter wird. Bis die Erschöpfung kaum mehr zu überhören ist, oder der Schlaf, die Stimmung, der Zyklus oder die Verdauung deutlicher zeigen: So geht es gerade nicht gut weiter.

Dabei darfst du früher hinschauen.

Du darfst deine Müdigkeit ernst nehmen.Du darfst deine Anspannung wahrnehmen.Du darfst deine Grenzen spüren.Du darfst dich fragen, was dich im Alltag wirklich stärkt.

Selbstfürsorge muss kein großer zusätzlicher Punkt auf deiner Liste sein. Manchmal beginnt sie sehr klein. Mit einer warmen Mahlzeit. Mit einem bewussten Atemzug. Mit dem Satz: „Das ist gerade viel.“ Mit einer Pause, bevor du noch etwas übernimmst.

Es darf leicht beginnen und es darf in dein Leben passen. Und es muss NICHT perfekt sein.



Hör gerne in die aktuelle Podcast-Folge hinein

Wenn dich dieses Thema anspricht, hör dir gerne die aktuelle Folge von Treffpunkt.Balance an:

„Du ziehst durch – aber zu welchem Preis? Über Erschöpfung, innere Anspannung und die Kunst, dich rechtzeitig zu spüren“


Darin spreche ich noch ausführlicher über schleichende Überforderung, Stress, Nervensystem, TCM und darüber, wie du wieder früher wahrnehmen kannst, was dein Körper dir eigentlich schon länger zeigt.


Wenn du dir gerne ansehen möchtest, wie ich dich dabei ganzheitlich auf deinem Weg zu mehr Kraft, Resilienz, einem runderen Zyklus uvm unterstützen kann, dann melde dich gerne für ein kostenloses Kennenlerngespräch bei mir.

E-Mail: tina@shiatsu-freiraum.at Telefon: 0680 / 4004244

 
 
 

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