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Dein Zyklus ab 40: Warum er sich verändert – und was das wirklich bedeutet

  • 1. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

Ich hätte vor fünf Jahren nie gedacht, dass ich einmal offen über die Regelblutung und den Zyklus spreche. Aber durch meinen ganzheitlichen Blick auf den Körper und meine Arbeit in der Praxis wurde mir immer klarer: Der Zyklus ist nicht nur ein monatliches Ereignis, das kommt und wieder geht. Er ist eine Art Rückmeldung – ein Kompass unseres Körpers, der uns oft ehrlicher zeigt, wie es uns geht, als wir selbst wahrhaben wollen.


Wenn der Zyklus plötzlich macht, was er will

Bei mir hat es mit etwa 42 begonnen: Der Zyklus wurde mal kürzer, mal länger, die Regelblutung kam anders, der Eisprung war weniger spürbar – schleichend, nicht dramatisch. Vielleicht kennst du das auch, und schnell kommt die Frage: Was ist los mit mir? Gerade ab 40 erleben viele Frauen solche Veränderungen: einen unregelmäßigeren Zyklus, eine stärkere oder schwächere Regelblutung, verändertes PMS, schlechteren Schlaf, empfindlichere Stimmung und neue Hitzezeichen.


Der leise Beginn der Perimenopause

An die Menopause denkt man mit 40 meist nicht bewusst – dabei stehen viele Frauen an dieser Stelle schon am Beginn der Perimenopause, der leisen Übergangsphase weit davor. Der Körper stellt sich hormonell langsam um: Der Eisprung wird unregelmäßiger, Progesteron und Östrogen schwanken. Kein Schalter, der plötzlich umgelegt wird, sondern ein Auf und Ab. Der Zyklus reagiert dabei auf alles – auf Stress, Schlaf, Ernährung, Sicherheit und Erholung. Funktionierst du über längere Zeit nur, bekommt das dein Körper mit, und der Zyklus zeigt es dir oft als Erstes: zu viel Anspannung, zu wenig Substanz, zu wenig Erholung.


Das „himmlische Wasser“ – ein anderer Blick

Wer mit dem Wort für die Regelblutung hadert, dem gefällt vielleicht der Begriff „himmlisches Wasser“ aus der TCM besser. Ich persönlich finde dieses Bild viel schöner, weil es der Menstruation eine andere Bedeutung gibt: nicht lästig oder störend, sondern etwas Kostbares, das mit unserer Substanz, unserer Lebenskraft und unserer Fähigkeit zur Erneuerung verbunden ist. In der TCM spielt Blut dabei eine zentrale Rolle – als Bild dafür, wie genährt, gesammelt und innerlich versorgt wir sind. Blut nährt, befeuchtet, beruhigt, gibt Substanz. Fehlt es, zeigt sich das etwa durch Müdigkeit, Blässe oder aber auch durch trockene Haut oder unruhigen Schlaf.


Warum ausgerechnet jetzt so viel Hitze?

Blutmangel oder auch Yin-Mangel können Hitzezeichen begünstigen – paradox, aber aus TCM-Sicht fehlt dann das Kühlende, Befeuchtende, Beruhigende. Die Folge: innere Unruhe, Nachtschweiß, heiße Fußsohlen, Hitzewallungen. Was dann hilft, ist nicht noch mehr Kaffee oder Schärfe, sondern mehr nähren, mehr kühlen, mehr stabilisieren, mehr runterkommen.


Keine Einbildung

Eine Auswertung der Apple Women's Health Study zeigt: Die Zyklusvariabilität ist bei Frauen zwischen 45 und 49 Jahren rund 45 Prozent höher als bei 35- bis 39-Jährigen. Deine Erfahrung zeigt sich also auch in den Daten – du bildest dir das nicht ein. Wichtig bleibt trotzdem: Werden Blutungen sehr stark, kommen Zwischenblutungen oder starke Schmerzen dazu, gehört das immer ärztlich abgeklärt. Ein ganzheitlicher Blick ersetzt keine medizinische Abklärung.


Ein kleiner Sommer-Hack

Denk nicht nur an kühl, sondern an kühles, das dich auch nährt: Beeren, rote Rüben, Spinat, Zucchini, Gurke nicht eiskalt, Sesam, Mandeln, Hafer oder eine leichte Gemüsesuppe. Zum Beispiel ein warmes Haferfrühstück mit Beeren und Mandeln statt eiskalter Kost direkt aus dem Kühlschrank – ein einfaches Signal an deinen Körper, dass er etwas hat, womit er arbeiten kann.


Drei Fragen zum Hinhören

Es geht nicht darum, alles zu kontrollieren, sondern wieder hinzuhören. Beobachte in den nächsten Wochen:

  • Wie verändert sich deine Energie im Laufe des Zyklus?

  • Wie reagiert dein Körper auf Stress?

  • Was passiert an heißen Tagen, wenn dein System ohnehin empfindlicher ist?

Kurze Stichworte reichen – Zyklustag, Schlaf, Stimmung, Hitzegefühl, Stresslevel – ganz einfach im Ampelsystem. Genau so arbeite ich auch im ganzheitlichen Gesundheitscoaching: Wir schauen uns gemeinsam die Zusammenhänge an, setzen dort an, wo dein größter Painpoint liegt, und gehen Schritt für Schritt vor – immer so, dass es wirklich in deinen Alltag passt.


Wenn du tiefer in dieses so spannende und für uns Frauen wichtige Thema eintauchen möchtest, dann hör gerne in diese Podcast Folge rein: https://treffpunktbalance-podcast.podigee.io/21-neue-episode

du findest sie hier im Link oder direkt auf Apple Podcasts, Spotify und vielen anderen Plattformen.

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